Was ist Mate?
Mate ist das Nationalgetränk von Argentinien, Uruguay und Paraguay und wird auch im Süden Brasiliens getrunken. Zubereitet wird er aus Yerba Mate, den getrockneten und gemahlenen Blättern eines Baumes aus dieser Region (Ilex paraguariensis). Getrunken wird er mit heißem Wasser durch eine Bombilla, einen Trinkhalm aus Metall mit einem Sieb an der Spitze.
Mate ist aber viel mehr als ein Getränk. Er ist ein Anlass, sich zu treffen, zu reden, eine Pause zu machen. In Argentinien trinkt man ihn zu Hause, im Büro, im Park, an der Uni und unterwegs. Und man teilt ihn: Eine einzige Person, der Cebador, bereitet den Mate zu und reicht ihn reihum weiter, immer mit derselben Bombilla.
Wenn ihr bei Patagonien einen Mate bestellt, bekommt ihr genau das: einen traditionellen Mate, zubereitet wie in Argentinien, mit importierter Yerba. Falls ihr ihn noch nie probiert habt, wisst ihr nach dieser Anleitung, was euch erwartet und wie ihr ihn zu Hause zubereitet.
Was man braucht
- Einen Mate-Becher. Das Gefäß selbst heißt auch "Mate". Klassisch ist er aus Kürbis, es gibt ihn aber auch aus Holz, Glas, Keramik oder Edelstahl. Für den Anfang ist jeder geeignet.
- Eine Bombilla. Der Metallhalm mit Sieb. Er steht am Boden und hält die Yerba zurück.
- Yerba Mate. Es gibt sie mit Stängeln (con palo), ohne Stängel, feiner oder gröber gemahlen, mit Kräutern. Für Einsteiger ist eine traditionelle Yerba mit Stängeln am mildesten.
- Heißes Wasser, das nicht kocht. Zwischen 75 und 80 Grad. Das ist der wichtigste Punkt der ganzen Anleitung. Mit einer Thermoskanne könnt ihr eine Stunde lang nachgießen, ohne in die Küche zu gehen.

Schritt für Schritt
- Yerba vorbereiten Füllt den Mate zu etwa drei Vierteln mit Yerba. Deckt die Öffnung mit der Hand ab, dreht den Mate um und schüttelt ihn ein paar Sekunden kräftig. So vermischen sich feine und grobe Teile, und der Staub sammelt sich oben, weit weg von der Bombilla, die dann nicht verstopft.
- Den Hügel formen Dreht den Mate zurück und neigt ihn dabei um etwa 45 Grad, sodass die Yerba an einer Seite anliegt. Auf der einen Seite entsteht ein trockener "Hügel", auf der anderen eine Mulde. In diese Mulde kommt später das Wasser.
- Bombilla einsetzen Gießt einen Schluck lauwarmes Wasser in die Mulde, ohne den Hügel zu benetzen, und lasst die Yerba es eine Minute aufsaugen. Dann steckt ihr die Bombilla an dieser feuchten Stelle hinein und haltet dabei das Mundstück mit dem Daumen zu, damit keine Luft eindringt und sie nicht verstopft. Ist sie einmal drin, wird sie nicht mehr bewegt.
- Aufgießen Gießt das heiße Wasser (75 bis 80 Grad) aus der Thermoskanne nach, immer nah an der Bombilla und immer an derselben Stelle. Nur dieser Teil der Yerba soll nass werden, der Hügel bleibt trocken. So hält der Mate viel länger.
- Trinken und wiederholen Der erste Mate ist der stärkste und wird traditionell vom Cebador selbst getrunken. Danach wird neu aufgegossen und der Mate an die nächste Person weitergereicht. Jeder Mate wird ganz ausgetrunken, bis die Bombilla schlürft, und dann zurückgegeben. Wenn die Yerba ihren Geschmack verliert, ist sie "ausgewaschen" (*lavado*). Dann ersetzt man den feuchten Teil durch frische Yerba.

Der Trick, der alles verändert: Kochendes Wasser verbrennt die Yerba. Der Mate wird bitter, ist schnell ausgewaschen, und man verbrennt sich obendrein den Mund. Ohne Thermometer: Den Wasserkocher ausschalten, sobald die ersten kleinen Bläschen aufsteigen, bevor das Wasser kocht.
Die häufigsten Fehler
- Kochendes Wasser. Haben wir schon gesagt, aber es ist Fehler Nummer eins.
- Die Bombilla bewegen oder umrühren. Sie verstopft und alles vermischt sich. Die Bombilla wird einmal eingesetzt und dann nicht mehr angefasst.
- Gleich die ganze Yerba nass machen. Ohne den trockenen Hügel ist der Mate nach drei, vier Aufgüssen ausgewaschen.
- Zu früh "gracias" sagen. In der Runde bedeutet "gracias": "Ich möchte keinen mehr." Wer sich beim Entgegennehmen bedankt, bekommt keinen weiteren Mate.
- Den Mate festhalten. Er ist kein Kaffee, an dem man langsam nippt. Man trinkt ihn ganz aus und gibt ihn zurück, damit die Runde weitergeht.
Wie man Mate in der Runde trinkt
Mate hat seine ungeschriebenen Regeln, und die gehören zum Vergnügen dazu. Es gibt nur einen Cebador, und der gießt das Wasser auf. Er trinkt den ersten, bittersten Mate selbst und gießt dann für die anderen auf, in der Reihenfolge der Runde. Jede Person trinkt den Mate ganz aus und gibt ihn wortlos zurück. Erst wenn man keinen mehr möchte, sagt man "gracias".
Man trinkt Mate bitter, also pur, oder "süß", mit Zucker oder Honig. Auch Orangenschale, Minze, Zitronenverbene oder ein Schuss Kaffee sind beliebt. Im Sommer trinkt man im Norden Argentiniens und in Paraguay Tereré: dieselbe Yerba, aber mit eiskaltem Wasser oder Saft.
Häufige Fragen
Enthält Mate Koffein?
Ja. Yerba Mate enthält Koffein (manchmal "Mateín" genannt, es ist aber dasselbe Molekül). Ein Mate hat weniger Koffein als ein Espresso, aber weil man viele hintereinander trinkt, merkt man die Wirkung. Sie ist sanft und anhaltend, ohne den Kick des Kaffees.
Ist er sehr bitter?
Die Bitterkeit ähnelt einem kräftigen grünen Tee. Die ersten Aufgüsse sind am intensivsten. Wenn es zu viel ist, probiert eine milde Yerba, eine mit Kräutern oder etwas Zucker.
Geht es auch mit einem Plastikhalm oder ohne Bombilla?
Das ist nicht dasselbe. Die Bombilla filtert die Yerba. Ohne sie würdet ihr die Blätter mittrinken. Ohne Bombilla könnt ihr Mate cocido zubereiten: Yerba im Teebeutel oder abgeseiht, wie einen Tee. Das ist etwas anderes, aber auch lecker.
Wie lange hält ein Mate?
Mit der Hügel-Technik reicht eine Füllung Yerba für 15 bis 25 Aufgüsse, also eine ganze Ein-Liter-Thermoskanne.
Probiert ihn bei Patagonien
Bei Patagonien servieren wir traditionellen Mate, richtig zubereitet, mit importierter Premium-Yerba. Ihr findet ihn unter "Mate, Matcha & mehr" in unserer Speisekarte. Wenn es euer erstes Mal ist, sagt es uns, wir erklären euch gern, wie man ihn trinkt. Und wer aus Argentinien kommt und Heimweh hat, weiß jetzt, wo er uns findet.
Dazu passt nichts besser als unsere handgemachten Alfajores: mit Dulce de Leche, aus Maisstärke oder mit Schokolade. Eine klassische Kombination.